2 | Lamentations | 4
Lamentations 3
1
Ich bin ein elender Mann, der die Rute seines Grimmes sehen muft. BSB
2
Er hat mich geführet und lassen gehen in die Finsternis und nicht ins Licht. BSB
3
Er hat seine Hand gewendet wider mich und handelt gar anders mit mir fur und fur. BSB
4
Er hat mein Fleisch und Haut alt gemacht und mein Gebein zerschlagen. BSB
5
Er hat mich verbauet und mich mit Galle und Mühe umgeben. BSB
6
Er hat mich in Finsternis gelegt, wie die Toten in der Welt. BSB
7
Er hat mich vermauert, daß ich nicht heraus kann, und mich in harte Fesseln gelegt. BSB
8
Und wenn ich gleich schreie und rufe, so stopft er die Ohren zu vor meinem Gebet. BSB
9
Er hat meinen Weg vermauert mit Werkstücken und meinen Steig umgekehret. BSB
10
Er hat auf mich gelauert wie ein Bar, wie ein Lowe im Verborgenen. BSB
11
Er laftt mich des Weges fehlen. Er hat mich zerstücket und zunichte gemacht. BSB
12
Er hat seinen Bogen gespannet und mich dem Pfeil zum Ziel gesteckt. BSB
13
Er hat aus dem Kocher in meine Nieren schieften lassen. BSB
14
Ich bin ein Spott allem meinem Volk und taglich ihr Liedlein. BSB
15
Er hat mich mit Bitterkeit gesattiget und mit Wermut getranket. BSB
16
Er hat meine Zahne zu kleinen Stucken zerschlagen. Er walzet mich in der Asche. BSB
17
Meine Seele ist aus dem Frieden vertrieben; ich muft des Guten vergessen. BSB
18
Ich sprach: Mein Vermdgen istdahin und meine Hoffnung am HERRN. BSB
19
Gedenke doch, wie ich so elend und verlassen, mit Wermut und Galle getranket bin. BSB
20
Du wirst ja daran gedenken, denn meine Seele sagt mir’s. BSB
21
Das nehme ich zu Herzen, darum hoffe ich noch. BSB
22
Die Gute des HERRN ist, daß wir nicht gar aus sind; seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, BSB
23
sondern sie ist alle Morgen neu, und deine Treue ist graft. BSB
24
Der HERR ist mein Teil, spricht meine Seele, darum will ich auf ihn hoffen. BSB
25
Denn der HERR ist freundlich dem, der auf ihn harret, und der Seele, die nach ihm fraget. BSB
26
Es istein kostlich Ding, geduldig sein und auf die Hilfe des HERRN hoffen. BSB
27
Es istein kostlich Ding einem Manne, daß erdas Joch in seiner Jugend trage, BSB
28
daß ein Verlassener geduldig sei, wenn ihn etwas uberfallt, BSB
29
und seinen Mund in den Staub stecke und der Hoffnung erwarte BSB
30
und lasse sich auf die Backen schlagen und ihm viel Schmach anlegen. BSB
31
Denn der HERR verstoftt nicht ewiglich, BSB
32
sondern er betrubet wohl und erbarmet sich wieder nach seiner groften Gute; BSB
33
denn er nicht von Herzen die Menschen plaget und betrubet, BSB
34
als wollte er alle die Gefangenen auf Erden gar unter seine Füfte zertreten BSB
35
und eines Mannes Recht vor dem Allerhochsten beugen lassen BSB
36
und eines Menschen Sache verkehren lassen, gleich als sahe es der HERR nicht. BSB
37
Wer darf denn sagen, daß solches geschehe ohne des HERRN Befehl, BSB
38
und daß weder Boses noch Gutes komme aus dem Munde des Allerhochsten? BSB
39
Wie murren denn die Leute im Leben also? Ein jeglicher murre wider seine Sunde! BSB
40
Und laftt uns forschen und suchen unser Wesen und uns zum HERRN bekehren. BSB
41
Laftt uns unser Herz samt den Handen aufheben zu Gott im Himmel. BSB
42
Wir, wir haben gesundiget und sind ungehorsam gewesen. Darum hast du billig nicht verschonet, BSB
43
sondern du hast uns mit Zorn uberschuttet und verfolget und ohne Barmherzigkeit erwurget. BSB
44
Du hast dich mit einer Wolke verdeckt, daß kein Gebet hindurch konnte. BSB
45
Du hast uns zu Kot und Unflat gemacht unter den Volkern. BSB
46
Alle unsere Feinde sperren ihr Maul auf wider uns. BSB
47
Wir werden gedrückt und geplagt mit Schrecken und Angst. BSB
48
Meine Augen rinnen mit Wasserbachen uber dem Jammer der Tochter meines Volks. BSB
49
Meine Augen flieften und konnen nicht ablassen; denn es ist kein Aufhoren da, BSB
50
bis der HERR vom Himmel herabschaue und sehe darein. BSB
51
Mein Auge friftt mir das Leben weg urn die Tochter meiner Stadt. BSB
52
Meine Feinde haben mich gehetzet, wie einen Vogel, ohne Ursache. BSB
53
Sie haben mein Leben in einer Grube umgebracht und Steine auf mich geworfen. BSB
54
Sie haben auch mein Haupt mit Wasser uberschuttet. Da sprach ich: Nun bin ich gar dahin. BSB
55
Ich rief aber deinen Namen an, HERR, unten aus der Grube; BSB
56
und du erhoretest meine Stimme. Verbirg deine Ohren nicht vor meinem Seufzen und Schreien! BSB
57
Nahe dich zu mir, wenn ich dich anrufe, und sprich: Furchte dich nicht! BSB
58
Fuhre du, HERR, die Sache meiner Seele und erlose mein Leben! BSB
59
HERR, schaue, wie mir so unrecht geschieht, und hilf mir zu meinem Recht! BSB
60
Du siehest alle ihre Rache und alle ihre Gedanken wider mich. BSB
61
HERR, du horest ihre Schmach und alle ihre Gedanken uber mich, BSB
62
die Lippen meiner Widerwartigen und ihr Dichten wider mich taglich. BSB
63
Schaue doch; sie gehen nieder Oder stehen auf, so singen sie von mir Liedlein. BSB
64
Vergilt ihnen, HERR, wie sie verdienet haben! BSB
65
Laft ihnen das Herz erschrecken und deinen Fluch fühlen! BSB
66
Verfolge sie mit Grimm und vertilge sie unter dem Himmel des HERRN! BSB
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